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  ESP32 + billiger Tresor für Schlüssel
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Rainer123
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  ESP32 + billiger Tresor für Schlüssel Datum:08.06.26 09:59 IP: gespeichert Moderator melden


Vorab ein wichtiger Disclaimer: Falls jemand so etwas tatsächlich bauen oder benutzen möchte, sollte man sich bewusst sein, dass sowohl Hardware- als auch Softwarefehler möglich sind. Gerade bei selbstgebauter Elektronik oder eigener Firmware kann es passieren, dass sich der Tresor plötzlich nicht mehr öffnen lässt – etwa durch einen Software-Bug, defekte Hardware oder Kommunikationsprobleme.

Wer so etwas umsetzt, sollte deshalb immer bedenken, dass im schlimmsten Fall nur noch ein gewaltsames Öffnen des Tresors bleibt, um wieder an den Inhalt zu kommen. Das Ganze ist also definitiv kein Projekt bei dem man sich blind auf die Technik verlassen sollte.

Mir geht es aktuell auch ausdrücklich nicht darum das sofort umzusetzen. Ich wollte die Idee einfach mal niederschreiben und gemeinsam mit dem Forum weiterdenken und verfeinern. Vielleicht bleibt es nur ein Gedankenspiel, vielleicht wird irgendwann später tatsächlich mal ein Projekt daraus.

Ich habe zwar einige Beiträge gesehen, bei denen einfache Zeitschaltuhren oder Timer in Verbindung mit Tresoren genutzt werden, aber bisher kaum Überlegungen zu komplexeren programmierbaren Lösungen gefunden.

Dabei könnte das sowohl für Solo-Nutzer als auch für Dom/Sub-Beziehungen interessant sein – gerade wenn Dom und Sub sich nicht täglich sehen und gewisse Funktionen aus der Ferne möglich sein sollen.

Überlegungen zur Hardware

ESP32 als Grundlage

Ein ESP32 ist ein kleiner programmierbarer Mikrocontroller mit WLAN, also im Grunde ein winziger Computer, der Sensoren, Tasten, LEDs oder andere Elektronik steuern kann. Solche Mikrocontroller werden oft in Bastelprojekten, Smart-Home-Geräten oder kleinen Automatisierungen verwendet, weil sie günstig, flexibel und relativ leicht zu programmieren sind.

Wenn man einen billigen Tresor verwendet und Router und Tresor relativ nahe beieinander stehen, könnte das WLAN-Signal möglicherweise sogar trotz Stahlgehäuse ausreichend durchkommen.

Der Stromverbrauch ist außerdem recht gering, sodass der ESP32 an einen Akku angeschlossen werden kann.

Anschluss des Tastenfelds

Das Tastenfeld des Tresors ließe sich vermutlich direkt an den ESP32 anbinden.

Ich gehe dabei einfach mal von einem typischen Aufbau mit 12 Tasten aus:


  • Ziffern 0–9
  • eine Taste zum Löschen
  • eine Taste zum Bestätigen/Senden des Codes


LEDs / Statusanzeigen

Auch die LEDs könnten vermutlich vom ESP32 angesteuert werden.

Wahrscheinlich wären dafür je nach Aufbau noch Treiberbausteine, Vorwiderstände oder andere Schutzschaltungen sinnvoll.

Ich stelle mir dabei z. B. vor:


  • rote LED = falscher Code / Zugriff verweigert
  • grüne LED = Öffnung freigegeben


Ansteuerung des Schlosses

Die Spule bzw. der eigentliche Öffnungsmechanismus des Schlosses benötigt natürlich deutlich höhere Ströme bzw. Spannungen als ein ESP32 direkt liefern kann.

Hier wäre also auf jeden Fall zusätzliche Hardware nötig:


  • Relais
  • MOSFET / Leistungs-FET
  • Schutzbeschaltung gegen Spannungsspitzen der Spule beim Abschalten


Mögliche Grundlage

Als Basis könnte eventuell so eine Platine interessant sein:

https://de.aliexpress.com/item/1005010267040256.html

Dazu dann ein billiger elektronischer Tresor für vielleicht 30 €.

Ich könnte mir vorstellen, dass man insgesamt eventuell sogar unter 50 € Hardwarekosten bleiben könnte.

Überlegungen zur Software

Logging

Interessant fände ich ein ausführliches Log-System:


  • falsch eingegebene Codes
  • erfolgreiche Öffnungen
  • Änderungen an Timern
  • Notfallöffnungen
  • Admin-Aktionen
  • Kommunikationsprobleme


Gerade in einer Dom/Sub-Dynamik könnte das zusätzliche Möglichkeiten schaffen.

Einmal-Codes

Eine Idee wäre eine Liste mit Codes, die jeweils nur genau einmal funktionieren.

Dadurch könnte der Dom dem Sub auch über andere Kommunikationswege einen gültigen Code schicken, falls der ESP32 gerade keine Internetverbindung hat.

Sobald der Tresor danach wieder verschlossen wurde, wäre der verwendete Code ungültig und der nächste Code unbekannt.

Man könnte damit auch kleine Rätsel oder Aufgaben verbinden, bei denen der Sub erst den richtigen Code herausfinden muss.

Webinterface im lokalen WLAN (für den Sub)

Falls aktiviert, könnte es ein lokales Webinterface geben mit Funktionen wie:


  • aktuellen Timer ansehen
  • aktuelle Öffnungsfenster ansehen
  • Antrag auf Öffnung stellen
  • Antrag auf Timeränderung stellen


Denkbar wäre auch:


  • Notfallanträge werden automatisch genehmigt, aber im Log markiert
  • Verlängerungen werden automatisch erlaubt
  • Verkürzungen müssen vom Dom genehmigt werden


Admin-Webinterface (für Dom)

Zusätzlich könnte es ein separates passwortgeschütztes Admin-Interface geben:


  • Timer ansehen und ändern
  • Codes verwalten
  • Logs ansehen
  • Kommentare zu Logs hinzufügen
  • Öffnung unabhängig vom Timer
  • allgemeine Einstellungen
  • Verwaltung von Regeln und Freigaben


Natürlich müsste man dabei aufpassen, dass der Sub keinen Zugriff darauf bekommt.

Telegram-Bot

Ein Telegram-Bot könnte ebenfalls interessant sein.

Mögliche Funktionen:


  • Logs automatisch an Dom senden
  • Benachrichtigungen bei Anträgen
  • Freigaben oder Ablehnungen direkt per Telegram
  • Timer ändern
  • Öffnungen aus der Ferne erlauben


Das könnte besonders praktisch sein wenn Dom und Sub räumlich getrennt sind.

Unterschiedliche Timer-Konzepte

Beim Timer könnte ich mir verschiedene Varianten vorstellen:


  • einfacher Countdown bis zur Öffnung
  • feste Zeiten am Tag
  • bestimmte Wochentage
  • bestimmte Daten im Monat oder Jahr
  • zufällige Abweichungen
  • variable Öffnungsfenster


Man könnte das vermutlich sehr weit treiben.

Gamification-Ideen

Zusätzlich wären auch spielerische Elemente denkbar:


  • Punkte sammeln
  • Ränge/Fortschritt
  • Belohnungen
  • Achievements
  • tägliche Aufgaben
  • Statistik über Disziplin oder Laufzeiten


Gerade bei langfristiger Nutzung könnte das motivierend sein.

Mich würde interessieren was ihr von der Idee haltet und welche Funktionen oder Konzepte euch noch einfallen würden.

Gerne auch völlig verrückte Ideen oder Hinweise auf Probleme die ich bisher übersehen habe. Ich sehe das Ganze eher als gemeinsames Brainstorming als als fertiges Projekt.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Rainer123 am 08.06.26 um 10:00 geändert
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Rainer123
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  RE: ESP32 + billiger Tresor für Schlüssel Datum:08.06.26 10:24 IP: gespeichert Moderator melden


Ich würde dennoch überlegen, ob man nicht ein oder zwei Kabel durch einen Spalt in der Tür oder ein gebohrtes Loch nach draußen verlegt. Zwar kann man den ESP32 über einen Akku betreiben. Er zieht im Vergleich zu einem Raspberry Pi zwar wenig Strom. Durch das WLAN könnte ein Akku aber dennoch nicht lang genug halten. Es wäre also vielleicht klug, ein Ladekabel nach draußen zu legen, damit man den Tresor nicht alle paar Tage zum Akkuladen öffnen muss. Außerdem könnte der Tresor das WLAN-Signal so stark abschirmen, dass eine externe Antenne außerhalb des Tresors erforderlich wäre. Das müsste man testen, wenn man es irgendwann real umsetzt.
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  RE: ESP32 + billiger Tresor für Schlüssel Datum:08.06.26 13:41 IP: gespeichert Moderator melden


Es gibt das Projekt EmlaLockSafe.
Das ist glaub ich recht ähnlich, die Software lässt sich ja anpassen.

https://hugo3132.github.io/EmlaLockSafe/index.html

Ich bin derzeit dabei mir das nachzubauen, aber aufgrund von zu viel anderem um die Ohren jetzt schon wieder eine weile nicht mehr dran gewesen, weiterzulöten.
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  RE: ESP32 + billiger Tresor für Schlüssel Datum:08.06.26 17:54 IP: gespeichert Moderator melden


Hi
Nun da hatte uns mal jemand wegen so ein Ähnliches Vorhaben angesprochen nur damals war es so bis 300€ an Materialwert vor paar Jahren.
Hab dort nicht den Plan angeschaut aber wegen Relai/Spule zum Ver/Entriegeln sollte die Schutzschaltung nicht vergessen werden sowie die Betriebsspannung für den µP Stabil zu halten damit dieser nicht Aufhängt oder Fehlerhafte Sachen macht.
Durch die Spule/Relai kann eine höhere Spannung Induziert werden die die übrige Schaltung Stören/Beschädigen kann und dann würde es sich nicht mehr Öffnen.....
Hier mal eine Kurze Videoerklärung mit Oszilloskop Auswertung
Schutzbeschaltung bei Schütze und Relais | Funktion, Aufgabe und Notwendigkeit🤔⚡️
https://www.youtube.com/shorts/I94nNarmNmI?feature=share

Durch den Arduino ist es sehr Leicht geworden das Leute ohne großes Wissen selber Schaltungen Programmieren können und auch per Internet/Wlan erreichbar sind.
Absicherung & Schutz werden da oft nicht so beachtet da es ja Funktioniert....

Ein Notrelase sollte jedenfalls vorhanden sein
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Rainer123
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  RE: ESP32 + billiger Tresor für Schlüssel Datum:08.06.26 19:19 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Es gibt das Projekt EmlaLockSafe.

Die Einbindung der EmlaLock-API ist durchaus eine interessante Überlegung. Danke für den Hinweis. Ich weiß allerdings nicht, ob ich bei allen Features die ich oben aufgelistet habe überhaupt noch viel bestehenden Code übernehmen würde oder am Ende doch vieles selbst neu programmieren würde.

Zitat
Durch die Spule/Relai kann eine höhere Spannung Induziert werden die die übrige Schaltung Stören/Beschädigen kann und dann würde es sich nicht mehr Öffnen.....

Ja, das Risiko meinte ich unter anderem mit der Schutzbeschaltung gegen Spannungsspitzen der Spule. Aber definitiv ein guter Hinweis, gerade falls jemand so etwas tatsächlich nachbauen möchte und das übersieht.

Zitat
Ein Notrelase sollte jedenfalls vorhanden sein

Zumindest sollte man sich der Risiken bewusst sein, falls man bewusst darauf verzichten möchte.

Zitat
Durch den Arduino ist es sehr Leicht geworden das Leute ohne großes Wissen selber Schaltungen Programmieren können und auch per Internet/Wlan erreichbar sind.

Ich persönlich würde allerdings eher direkt einen ESP32 empfehlen, wenn WLAN sowieso ein gewünschtes Feature ist und man nicht explizit auf Arduino festgelegt ist. Für klassische Arduino-Boards gibt es zwar WLAN-Module, aber das ist häufig am Ende ebenfalls ein ESP8266 oder ESP32 der dann zusätzlich per UART mit dem Arduino kommuniziert. Dann kann man meiner Meinung nach auch direkt einen ESP32 verwenden. Dafür gibt es ebenfalls recht einsteigerfreundliche Entwicklungsboards und man kann sogar die Arduino-IDE dafür nutzen. Ich selbst bevorzuge zwar VS Code mit ESP-IDF, weil man damit etwas mehr Freiheiten hat und es für größere Projekte meiner Meinung nach besser geeignet ist, aber das ist deutlich weniger einsteigerfreundlich.
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  RE: ESP32 + billiger Tresor für Schlüssel Datum:10.07.26 02:12 IP: gespeichert Moderator melden


Hi,

Ich habe jetzt schon den zweiten Time-Safe ... der erste ließ sich leider mit einem gezielten Faustschlag auch ohne Code und ohne Schlüssel öffnen (Stichwort: Anti-Bouncing).

Die Idee ist, dass Kabel zwischen der eigentlichen Safe-Elektronik und dem Solenoid durchzuschneiden und eine herkömmliche Zeitschaltuhr dazwischen zu hängen. Da könnte man sicher auch einen eigenen Chip einhängen, der einfach nur als Schalter im Kabel hängt, um zu entscheiden, ob jetzt gerade eine Öffnung erlaubt ist oder nicht. Vorteil - das Tastenfeld bleibt original erhalten:

  • man tippt den falschen Code und kriegt die rote LED und eine Zeitstrafe
  • man tippt den richtigen Code und kriegt die grüne LED und der Safe öffnet, wenn die Zeitschaltuhr gerade an ist - bzw. öffnet nicht, wenn Zeitschaltuhr aus
  • Außerdem gibts noch gelbes Blinken und Piepsen für Taste gedrückt
  • und irgendwie signalisiert der auch Batterie schwach - hab vergessen, wie es genau aussieht.


Hinter der Tür hängt ein geräumiges Plastik-Gehäuse mit 4 AA-Batterien, das noch genug Platz für die Zeitschaltuhr hatte. Wurde da von einem Bastler eingelassen und sieht jetzt so aus, als hätte es der Hersteller so vorgesehen. Hab es über ebay bekommen, sicher mit einem gewissen Aufpreis für die investierte Arbeit, aber das war es mir Wert.

Der Safe hat übrigens schon fertige Bohrungen an Boden und Rückwand, um ihn fest zu verschrauben. Da könnte man also problemlos Strom- & LAN-Kabel durchführen bzw. auch eine WLAN-Antenne möglichst dicht davor platzieren. Kleiner Wehrmutstropfen - durch die Löcher kann man auch eine Fahrradspeiche stecken, die einen gewissen Knick braucht, um unterhalb des Reset-Knopfes genug Druck aufzubauen, so dass man eine beliebige neue Kombination programmieren kann.

Für Vergessliche lässt sich ein sekundärer "Mastercode" programmieren (man hat also effektive zwei Zahlenkombinationen freigeschaltet). Für den Fall eines Batterie-Versagens oder sonstigen totalen Gedächtnisverlustes, kann man schließlich mit einem von zwei mechanischen Rund-Schlüsseln die ganze Elektronik umgehen und den Bolzen direkt freigeben. Die zwei Bolzen sind übrigens Fingerdickes Show-Blendwerk, um einen echten Safe zu simulieren, wohingegen das Blech nicht mal einen Millimeter dick ist und vermutlich keinem Dosenöffner standhält. Anders gesagt: wenn die Tür ganz aufschwingt, hebt die nicht angeschraubte Blechbüchse hinten ab, bis die Tür aufliegt.

Die Zeitschaltuhr bietet mehrere An- bzw. Aus-Timer, die alle mit Wochentag und Uhrzeit eingedaddelt werden können, so dass man verschiedene "Fenster" bauen kann, z.B. Montag morgen von 5:00 bis 5:05, falls man es schafft zwei Stunden vor dem Wecker aufzuwachen

Ansonsten ist die Zeitschaltuhr eine ziemlich lahme SH ... klar, beim ersten Einschluss kickt es, dass man nicht mehr an den KG-Schlüssel kommt. Aber dass man ja nur auf die Uhr gucken muss und außerdem noch zwei Notschlüssel irgendwo rumfliegen hat, macht es auf Dauer doch langweilig. Und die Höchststrafe von einer Woche sitzen erfahrene KG-Träger auch auf einer Backe ab.

Fazit: Lass die Original-Tastatur in Ruhe, Code kann halt 0-0-0-0 sein, ist egal, solange Du mit dem Chip in der Leitung hängst und kontrollierst, wann der Code gilt und wann nicht. Alles andere sind dann Funktionen Deiner programmierten Mistress, die am Schluss nur auf das eine Ausgabe-Bit hinauslaufen: Aufschluss jetzt? ja! / nein!

LG
private_lock
private_lock - Les 3 côtés d'un SwItCh: TOP & sub

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